#1

Und plötzlich ist alles anders ...

in Hier kannst du dich vorstellen 29.01.2013 16:51
von micha • 6 Beiträge

Hallo liebe Leidensgenossen,
2012 versprach eigentlich ein gutes Jahr zu werden. Ich wurde 50 und wollte groß feiern, ich freute mich auf einen schönen Urlaub im Sommer usw. Ende Januar trennte sich meine Frau von mir und zog mit unserer Tochter aus ... bumm ... der erste Hammer. Alle damit verbundenen Veränderungen habe ich gemeistert, obwohl es mir natürlich nicht gut ging. Ich war gerade auf einem guten Weg, mein Leben neu zu organisieren, da kam der 2. Hammer. Im Oktober erlitt ich einen Schlaganfall, aus dem ich eine Hemianopsie zurückbehielt. Ich war bisher nie krank und war daher auch mit den Abläufen nicht vertraut. Als Erstes musste ich lernen, dass ich auf mich allein gestellt war. Keiner hilft dir. Das Krankenhaus leitete keine Anschlussheilbehandlung ein, sondern gab mir nur die Telefonnummer der Uniklinik Bochum. Ich musste 4 Wochen auf einen Termin warten, um dann zu erfahren, dass die Therapie nicht bezahlt wird. Auch mein Hausarzt konnte nicht wirklich etwas für mich tun. Seine Bemühungen verliefen auch irgendwie im Sande. Als dann auch nach 3 Monaten nach dem Schlaganfall immer noch nichts passiert war, wurde ich selber aktiv. Da ich ja zwangsläufig Zeit hatte, habe ich viel im Internet recherchiert um möglichst viele Informationen zusammen zu tragen. Auf eigenen Wunsch habe ich mittlerweile eine Ergotherapie begonnen. Ich habe selbst eine REHA bei der Rentenversicherung beantragt. ich habe einen Schwerbehindertenausweis beantragt. Ich war beim Augenarzt und habe noch einen Termin beim Neurologen/Neuropsychologen.
Offenbar geht es nur weiter, wenn man sich selbst darum kümmert. Ich frage mich nur, was machen diejenigen, die nicht dazu in der Lage sind ?

Wie es nach den kommenden Massnahmen für mich weitergeht, ist mir noch unklar. Das Autofahren werde ich wohl abhaken können. Dies stellt allerdings ein großes Problem für mich dar, da mein Arbeitsplatz ca. 35 km entfernt und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sehr schlecht ist. Zur Zeit versuche ich mein Leben so weit wie möglich "normal" weiterzuführen. Das ist aber aufgrund meiner Einschränkungen nicht immer leicht. Wir haben halt das Problem, dass man uns unsere Behinderung nicht ansieht. Ich hoffe, hier mit anderen Betroffenen in Kontakt treten zu können. Danke erst einmal an alle, die bis hier alles gelesen haben. :)

micha

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#2

RE: Und plötzlich ist alles anders ...

in Hier kannst du dich vorstellen 29.01.2013 21:45
von rainerweihn • 61 Beiträge

Hallo Micha,

erst einmal: Herzlich Willkommen hier im Forum!
Du bist mit deinen Sorgen nicht allein - das hast du sicher beim Lesen der Beiträge schon bemerkt.
Da hier viele Mitglieder leider nur sporadisch "vorbeischauen", empfehle ich dir, diejenigen per PM direkt anzuschreiben, die vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie du. Du erreichst sie dann per im Forum hinterlegter Mail.
Für Informationen und Links, die dir weiterhelfen können, schaue gerne mal auf die Haupt-Website: www.blickfleck.de.
Deine Erfahrungen in Sachen Reha und Außenwirkung (man sieht uns die Einschränkung ja nicht an) kann ich bedingungslos teilen. Es ist eine mühselige Angelegenheit.
Doch, um dir ein wenig Mut zu machen: Ich bin inzwischen seit mehr als drei Jahren mit meinem kleinen Sichtfeld unterwegs und habe für mich einen Weg gefunden, so gut es halt geht, mein Handicap zu akzeptieren und möglichst viel von der "Außenwelt" zu erleben. Es kostet viel Kraft, aber es lohnt sich...

Liebe Grüße
Andreas


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